Einblicke – Es handelt sich um ein laufendes Reallabor.

THU-Energiepark

Themenfeld Energie- und Wasserwirtschaft, Klimaschutz

Erprobungsort 89081 Ulm

Start 10.07.2024

(Reallabor ist auf Dauer angelegt.)

Worum geht es in dem Reallabor? Welche Innovation (Technologie, Produkt, Dienstleistung, Ansatz) wird unter realen Bedingungen erprobt?

Der THU Energiepark ist eine Forschungs‑ und Lehranlage der Technischen Hochschule Ulm, in der das Zusammenspiel verteilter Energiesysteme unter realen Bedingungen auf dem Hochschulcampus untersucht und demonstriert wird.

Die Stromerzeugung erfolgt in Photovoltaik‑Anlagen (mit rund 1 MWp Leistung u. a. auf Dachflächen und Carports) sowie zukünftig auch in einer Windkraftanlage.

Überschüsse werden in einem Lithium‑Ionen‑Batteriespeicher zwischengespeichert (Kapazität 388 kWh), der außerdem zur Regelung der Stromversorgung beitragen, Spannungsschwankungen ausgleichen und den Campus im Krisenfall versorgen kann. Zudem wird Solarstrom per Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und in einem 50 MWh großen Hochdruckspeicher gespeichert; bei Bedarf kann daraus wieder Strom und Wärme bereitgestellt werden – über die bundesweit erste Gasturbine die im Regelbetrieb mit 100% Wasserstoff betrieben wird.

Ein E‑Ladepark mit 24 Ladepunkten versorgt Elektrofahrzeuge vorrangig mit Solarstrom und kann alternativ aus Batterie‑ bzw. Wasserstoffpfaden gespeist werden. Zusätzliche 10 bidirektionale Wallboxen können auch zur Versorgung des Hochschulcampus aus Elektrofahrzeugen eingesetzt werden.

Schwerpunkt der Forschung im Reallabor sind Netzdienstleistungen, Sektorkopplung und resiliente Energieversorgung. Der Energiepark ist teilweise auch als Informations‑ und Lernort (z. B. über Infotafeln/Informationsmodule) konzipiert.

Wird bzw. wurde für das Reallabor ein rechtlicher Spielraum (z. B. in Form von Ausnahmegenehmigungen, Experimentierklauseln) genutzt bzw. ist dieser Spielraum erforderlich?

Ja, und zwar:

Per Ausnahmegenehmigung wurden in einem Außenbereich ohne Bebauungsplan ein Elektrolyseur, ein großer stationärer Batteriespeicher, eine zu 100% mit Wasserstoff betriebene Gasturbine und ein Wasserstoffspeicher gebaut.

Können aus dem Reallabor wichtige Erkenntnisse mit Blick auf die künftige Regulierung der erprobten Innovation abgeleitet werden?

Ja, und zwar:

Rahmenbedingungen für den Einsatz von PV-Anlagen für die Regelleistung, Regulierung des Einsatzes von Batteriespeichern für den Redispatch 2.0 Prozess, Netzdienlicher Einsatz von Elektrolyseuren, Grundlagen zur Rückspeisung von Wärme in Fernwärmenetze

Inwieweit sind bzw. waren Behörden am Reallabor beteiligt?

  • Eine oder mehrere beteiligte Behörden haben Genehmigungen für die Durchführung des Reallabors erteilt (z. B. auf Basis einer Experimentierklausel).
  • Eine oder mehrere beteiligte Behörden treiben die Erprobung voran, z. B. indem sie bei der Vernetzung von und Kooperation mit Stakeholdern unterstützen.
  • Erkenntnisse aus dem Reallabor werden regelmäßig an eine oder mehrere beteiligte Behörden übermittelt.
  • Eine oder mehrere beteiligte Behörden sind bestrebt, den Transfer der erprobten Innovation in den Regelbetrieb politisch und/oder regulatorisch zu unterstützen.

Namen der Behörden: Im Wesentlichen erfolgt die Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg. Ebenfalls beteiligt waren das Regierungspräsidium und das Bauamt der kreisfreien Stadt Ulm.

Wird bzw. wurde das Reallabor durch öffentliche Fördermittel (teil-)finanziert?

Land

Bund

Europäische Union

Name des Förderprogramms: Energieforschungsrahmenprogramm des Bundeswirtschaftsministeriums, verschiedene Programme des Umweltministeriums Baden Württemberg, DFG-Großgeräteprogramm, EU-Forschungsrahmenprogramm Horizont 2020

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