Einblicke – Es handelt sich um ein laufendes Reallabor.

Forschungskreuzung Aschaffenburg

Themenfeld Mobilität

Erprobungsort 63743 Aschaffenburg

Start 01.01.2010

(Reallabor ist auf Dauer angelegt.)

Worum geht es in dem Reallabor? Welche Innovation (Technologie, Produkt, Dienstleistung, Ansatz) wird unter realen Bedingungen erprobt?

Die Forschungskreuzung an der hochfrequentierten Hauptverkehrsstraße Würzburger Straße (Ecke Flachstraße und Spessartstraße) in unmittelbarer Nähe zum Campus 1 der TH Aschaffenburg ist mit Kamerasystemen, LiDAR-Radar-Sensoren und einer Wetterstation ausgestattet. Sie ermöglicht eine lückenlose Erfassung von Verkehrsfluss, Fußgängerbewegungen und Radverkehr. Die Daten bilden die Grundlage für Forschungsprojekte zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie zur Weiterentwicklung von autonomen Fahrfunktionen und intelligenter Infrastruktur. An der Kreuzung werden Projekte durchgeführt, die sich z. B. mit der Verhaltensmodellierung von Fußgängerinnen, Fußgängern und Radfahrenden sowie der Kooperation zwischen Fahrzeugen, Verkehrsteilnehmenden und Infrastruktur befassen.

Zudem verfügt die Kreuzung über ein hochgenaues digitales Modell (~1 cm Genauigkeit). Auf dieser Basis können synthetische Verkehrsdaten erzeugt werden, die für vielfältige Anwendungen genutzt werden. Dadurch entsteht ein großer Datensatz, der auch kritische und seltene Szenarien umfasst, die in der Realität nur selten beobachtet werden oder aus ethischen Gründen nicht nachgestellt werden dürfen (z. B. Beinahe-Kollisionen). Diese synthetischen Daten ergänzen die realen Messdaten und ermöglichen eine robuste Entwicklung und Validierung von Algorithmen für automatisiertes und kooperatives Fahren. Alle Aufnahmen und Modelle dienen ausschließlich Forschungszwecken.

Wird bzw. wurde für das Reallabor ein rechtlicher Spielraum (z. B. in Form von Ausnahmegenehmigungen, Experimentierklauseln) genutzt bzw. ist dieser Spielraum erforderlich?

Nein.

Können aus dem Reallabor wichtige Erkenntnisse mit Blick auf die künftige Regulierung der erprobten Innovation abgeleitet werden?

Ja, und zwar:

Auf Basis der an der Forschungskreuzung gewonnenen Messdaten und Experimente lassen sich unter anderem Schlüsse für die Ausgestaltung von Normen und Standards der Fahrzeug-zu-Infrastruktur- und Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation (V2X) ziehen. Außerdem kann der Gesetzgeber die Erkenntnisse nutzen, um Vorgaben zu formulieren, die den besonderen Schutz verletzlicher Verkehrsteilnehmer im kooperativen, automatisierten Verkehr konkretisieren (z. B. Sicherheitsabstände, Geschwindigkeitsanpassungen).

Inwieweit sind bzw. waren Behörden am Reallabor beteiligt?

  • Eine oder mehrere beteiligte Behörden haben Genehmigungen für die Durchführung des Reallabors erteilt (z. B. auf Basis einer Experimentierklausel).

Namen der Behörden: Stadt Aschaffenburg

Wird bzw. wurde das Reallabor durch öffentliche Fördermittel (teil-)finanziert?

Bund

Name des Förderprogramms: BMWi

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