Perspektivische Darstellung des Logos Reallabore-Innovationsportal in einem virtuellen Raum

Erstes virtuelles Netzwerktreffen am 12. November 2025

Erstes virtuelles Netzwerktreffen am 12. November 2025

Am 12. November 2025 fand die erste virtuelle Veranstaltung des Netzwerks Reallabore statt. Unter dem Motto "Von der Idee über die Erprobung in den Markt" kamen knapp 300 Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung virtuell zusammen, um über Genehmigungsprozesse, Skalierung und Transfer von Innovationen zu diskutieren.

In seiner Begrüßung betonte Dr. Benjamin Weigert, Leiter der Abteilung Wirtschaft im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE), die große Relevanz des Netzwerks Reallabore, das inzwischen auf über 1.500 Personen angewachsen ist. Die rege Teilnahme an der Veranstaltung unterstreiche, dass hinter dieser Zahl interessierte und engagierte Mitglieder stehen. Es sei sehr wichtig, für alle Vorschläge im Rahmen des Reallabore-Innovationsportals in Zukunft eine neue Öffentlichkeit zu schaffen.

In mehreren parallelen Breakout-Sessions diskutierten Teilnehmende aus unterschiedlichsten Fachbereichen und Disziplinen anschließend über Hürden und Herausforderungen und entwickelten in interaktiver Gruppenarbeit konkrete Lösungsansätze.

Mit Blick auf Genehmigungsprozesse wurden insbesondere unklare Zuständigkeiten, Haftungsängste sowie Informationsdefizite bzgl. Reallaboren, Experimentierklauseln und Innovationen als maßgebliche Hürden identifiziert. Daher wurde unter anderem vorgeschlagen, Erfolgsbeispiele für Reallabore und regulatorisches Lernen verstärkt in Behörden hinein zu kommunizieren. Außerdem wurde angeregt, mehr Expertise in Behörden aufzubauen, etwa zu Technologien und Innovationen, die im jeweiligen Zuständigkeitsbereich liegen, sowie zur Anwendung von Experimentierklauseln und zum Umgang mit Datenschutz- und Haftungsfragen. Womöglich könnten spezielle „Beauftragte für Innovation“ in Behörden Expertise vereinen und als zentrale Ansprechstelle nach außen fungieren.

Beim Transfer von der Erprobung in den Regelbetrieb erschwerten nach Einschätzung der Teilnehmenden vor allem der unklare Umgang mit Ausnahmegenehmigungen nach dem Ende der Erprobungsphase den Übergang. Aufgrund dieser regulatorischen Unwägbarkeiten fehle es häufig an (weiterer) Investitionsbereitschaft von Wagniskapitalgebern. Ein weiteres Hindernis liege in der Dauer gesetzlicher Anpassungen, die für die Verstetigung experimentell erprobter Innovationen erforderlich sind. Aus diesem Grund wurde angeregt, die grundsätzliche Möglichkeit zu schaffen, erfolgreich angewandte Ausnahmeregelungen direkt in den Regelbetrieb zu übernehmen. Ferner sollten neue Fördermöglichkeiten für Reallabore geschaffen werden, z. B. durch die Erweiterung bestehender Förderprogramme um einen expliziten Reallabore-Fokus. Bei der Förderung von Reallaboren sollten die Anforderungen des späteren Regelbetriebs frühzeitig berücksichtigt und Kompetenzen zur Gestaltung der Marktdurchsetzung bereitgestellt werden.

Die diskutierten Hürden und Lösungsvorschläge werden ans BMWE und ggf. weitere zuständige Stellen (z. B. andere Bundes- oder Landesministerien) gegeben. Das Innovationsportal wird das Informationsangebot zu Reallaboren, Experimentierklauseln und eingegangenen regulatorischen Änderungsbedarfen weiter ausbauen und insbesondere Behörden verstärkt adressieren, z. B. durch Veranstaltungen und Austauschformate.

Zum Abschluss hob Dr. Sibylle Grabert von der Geschäftsstelle Reallabore im BMWE noch einmal hervor, wie wichtig die Impulse aus dem Netzwerk für die weitere Arbeit am Thema Reallabore sind – sowohl mit Blick auf praxisnahe Gesetzgebung als auch auf eine innovationsfreundliche Genehmigungspraxis in Behörden. Die in der Veranstaltung thematisierten Hürden und Lösungsansätze werden nun weiter verfolgt. In der nächsten Veranstaltung des Netzwerks Reallabore werden BMWE und Reallabore-Innovationsportal über Fortschritte berichten.

Icon: Zurück zum Seitenanfang Zum Seitenanfang