Einblicke – Es handelt sich um ein laufendes Reallabor.

Vulnerable Road User Intention Detection for Urban Locations (VRUIDFUL)

Themenfeld Mobilität

Erprobungsort 92224 Amberg

Start 01.07.2025

(Reallabor ist auf Dauer angelegt.)

Worum geht es in dem Reallabor? Welche Innovation (Technologie, Produkt, Dienstleistung, Ansatz) wird unter realen Bedingungen erprobt?

Im Reallabor wird ein von ungeschützten Verkehrsteilnehmern (VRU, z.B. Fußgänger oder Radfahrer) stark frequentiertes Areal (um die Hochschule, KiTa und Kindergarten) in Amberg mit intelligenten Infrastruktureinheiten (IISE) ausgestattet. Mit diesen werden umfangreiche Daten gesammelt und ausgewertet. Die Sensorik basiert auf Radar, Lidar, Wärmebild- und Stereokamera. Die Intelligenz in den Einheiten zielt auf die Erkennung und Klassifikation von Objekten, insbesondere VRU und Gruppen von VRU. Die gewonnenen abstrahierten Daten (3D Cubes) werden an einen zentralen Server übertragen, gespeichert und können für die weitere Auswertung verwendet werden. Da ausschließlich abstrahierte Daten an den Server übertragen und gespeichert werden, ist die Einhaltung des Datenschutzes gewährleistet. Parallel dazu werden Ampelanlagen im Testfeld mit V2x-Kommunikationseinheiten und Anbindung an den Verkehrsleitrechner ertüchtigt, um die Ampelphasen vorausschauend auszusenden. Diese Informationen werden zeitsynchronisiert mit auf dem Server abgelegt. Ebenso werden weitere Daten wie Witterung mit aufgezeichnet, so dass es möglich ist, die Einflüsse von Ampelschaltungen und Witterung auf das Verhalten von VRU fundiert auszuwerten. Ziel ist die Entwicklung von KI-Modellen, die Bewegungen und Richtungswechsel von schwächeren Verkehrsteilnehmern analysieren und deren Intention im städtischen Verkehr vorhersagen. 

Wird bzw. wurde für das Reallabor ein rechtlicher Spielraum (z. B. in Form von Ausnahmegenehmigungen, Experimentierklauseln) genutzt bzw. ist dieser Spielraum erforderlich?

Ja, und zwar:

Für die Durchführung des Projekts VRUIDFUL ist nach aktuellem Stand keine spezielle Experimentierklausel erforderlich, da im Testfeld keine unmittelbaren verkehrsregelnden Eingriffe in den laufenden Verkehr vorgenommen werden. Erforderlich sind jedoch reguläre rechtliche Freigaben und Genehmigungen, insbesondere im Bereich Datenschutz sowie für Arbeiten im öffentlichen Verkehrsraum und an Lichtsignalanlagen. Datenschutzrechtlich ist der Einsatz von Kamera- und Sensortechnik relevant, da personenbezogene Daten erfasst werden können. Daher wurde für das Projekt eine Datenschutz-Folgenabschätzung erstellt, unter Einbindung des Datenschutzbeauftragten, der Rechtsabteilung und des Personalrats der OTH-AW sowie in Abstimmung mit der Stadt Amberg. Die darin beschriebenen technischen und organisatorischen Maßnahmen, insbesondere zur Anonymisierung von Personen und Kennzeichen, bilden die Grundlage für den datenschutzkonformen Betrieb.

Können aus dem Reallabor wichtige Erkenntnisse mit Blick auf die künftige Regulierung der erprobten Innovation abgeleitet werden?

Ja, und zwar:

Das Projekt VRUIDFUL kann Hinweise für regulatorisches Lernen liefern, insbesondere im Hinblick auf die praktische Umsetzung von Datenschutzanforderungen, Genehmigungsprozessen und technischen Abstimmungen beim Einsatz intelligenter Infrastruktur im öffentlichen Verkehrsraum. Im Vordergrund steht jedoch nicht die Weiterentwicklung des Rechtsrahmens, sondern die regelkonforme Erprobung innerhalb bestehender Vorgaben. Die im Projekt gewonnenen Erfahrungen können daher vor allem als Praxisbeispiele für künftige ähnliche Vorhaben dienen.

Inwieweit sind bzw. waren Behörden am Reallabor beteiligt?

  • Eine oder mehrere beteiligte Behörden haben Genehmigungen für die Durchführung des Reallabors erteilt (z. B. auf Basis einer Experimentierklausel).
  • Eine oder mehrere beteiligte Behörden treiben die Erprobung voran, z. B. indem sie bei der Vernetzung von und Kooperation mit Stakeholdern unterstützen.

Namen der Behörden: Stadt Amberg - Stabsstelle Mobilität und Verkehr, sowie die Stabsstelle Bürgermeisteramt / Zentrale Steuerung

Wird bzw. wurde das Reallabor durch öffentliche Fördermittel (teil-)finanziert?

Bund

Name des Förderprogramms: DFG, Geschäftszeichen INST 925/10-1

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