SkIES: Energiegenossenschaften werden zu Gemeinschaften
Themenfeld Energie- und Wasserwirtschaft, Klimaschutz
Erprobungsort 24106 Kiel
Worum geht es in dem Reallabor? Welche Innovation (Technologie, Produkt, Dienstleistung, Ansatz) wird unter realen Bedingungen erprobt?
Das Projekt SkIES (Skalierbare Integration von Energy Sharing) erprobt in der Praxis Ansätze, bei denen mehrere Akteure, z.B. private Haushalte, als „Energiegemeinschaft“ gemeinsam erzeugte Energie nutzen und untereinander aufteilen („Energy Sharing“). Mit dem Projekt sollen folgende Ziele erreicht werden:
- Einordnung von Umsetzungsformen mit verschiedenen beteiligten Akteuren wie Haushalte oder Kommunen sowie Mehrwerten von Energy Sharing
- Vereinheitlichung der digitalen Infrastruktur und der Prozesse
- Praktische Demonstration der Mehrwerte von Energy Sharing Konzepten im Pilotbetrieb
- Wissenschaftliche Analyse der Systemrückwirkungen
Die Demonstration erfolgt in mehreren Reallaboren, insbesondere in Kiel und Süddeutschland.
Im Kieler Reallabor „Energiegenossenschaften werden zu Energiegemeinschaften“ sind die Umsetzungspartner die Bürgerenergie Nord eG, decarbon1ze GmbH und Clever PV. Die Partner demonstrieren die organisatorische, technische und energiewirtschaftliche Umsetzung von Energy Sharing gemäß § 42c Energiewirtschaftsgesetz (EnWG). Innerhalb des Reallabors werden dazu nicht vor Ort genutzte solare Erzeugungsmengen aus Mieterstromprojekten mit Genossenschaftsmitgliedern außerhalb der Mieterstromliegenschaften geteilt. . Ziel ist es, Strom aus Anlagen der Genossenschaft in der neu entstandenen Sharing Community (=Energiegemeinschaft) möglichst vollständig zu nutzen. Zudem sollen eine Energiemanagementstrategie auf Community-Ebene erprobt und das Potential für Netzdienlichkeit von Energy Sharing empirisch getestet werden.
Wird bzw. wurde für das Reallabor ein rechtlicher Spielraum (z. B. in Form von Ausnahmegenehmigungen, Experimentierklauseln) genutzt bzw. ist dieser Spielraum erforderlich?
Nein.
Können aus dem Reallabor wichtige Erkenntnisse mit Blick auf die künftige Regulierung der erprobten Innovation abgeleitet werden?
Ja, und zwar:
Die Ergebnisse des Reallabors liefern wichtige Erkenntnisse über die Umsetzbarkeit der in § 42c EnWG für Energy Sharing entworfenen Struktur und deren Skalierungspotential. Hieraus können konkrete Handlungsempfehlungen für potenziell nötige Anpassungen abgeleitet und regulatorische oder praktische Hürden adressiert werden, um so die skalierbare Integration von Energy Sharing innerhalb Deutschlands voranzutreiben.\n\nDas Gesamtprojekt SkIES verfolgt das Ziel, skalierungsfähige Pfade zur Energiesystemintegration von Energy Sharing zu entwickeln. Erkenntnisse aus der Erprobung von Energy Sharing im Projekt fließen auch in laufende regulatorische Debatten zum Beispiel im Rahmen des AgNes-Prozess (Allgemeine Netzentgeltsystematik Strom) der Bundesnetzagentur (BNetzA), sowie in Diskussionen rund um den MaBiS-Hub zur zukünftigen Aggregation und Abrechnung bilanzierungsrelevanter Daten ein. Zudem sollen im Projekt mögliche Anreizsysteme für Energy Sharing bewertet werden.\n\nDie Projektpartner vertreten in diesem Diskurs individuell inhaltliche Positionen, erarbeiten im Rahmen des Verbundvorhabens aber auch gemeinsame Impulse. Ergebnisse werden sowohl dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) als auch der BNetzA vorgestellt. Außerdem sind regelmäßige Veröffentlichungen, zum Beispiel als Whitepaper, geplant, um Ergebnisse aus dem Projekt frei zugänglich darzustellen. Das Konsortium steht auch weiteren interessierten Behörden jederzeit für einen Austausch zur Verfügung.\n
Inwieweit sind bzw. waren Behörden am Reallabor beteiligt?
- Die Erprobung wird bzw. wurde ohne behördliche Beteiligung durchgeführt.
Wird bzw. wurde das Reallabor durch öffentliche Fördermittel (teil-)finanziert?
Bund
Name des Förderprogramms: 8. Energieforschungsprogramm