GreenSheep
Themenfeld eHealth, Gesundheitswirtschaft
Erprobungsort 16225 Eberswalde
Worum geht es in dem Reallabor? Welche Innovation (Technologie, Produkt, Dienstleistung, Ansatz) wird unter realen Bedingungen erprobt?
GreenSheep ist in Form einer App als dauerhaft angelegte digitale Infrastruktur für das Tierwesen konzipiert.
Das eigentliche Reallabor bezieht sich auf die erstmalige Erprobung des Digital Animal Management Systems (DAMS) als professionelle Verwaltungs- und Dokumentationsplattform für Tierheime, Tierauffangstationen, Behörden und veterinärmedizinische Einrichtungen.
Derzeit werden Tierdaten häufig dezentral in unterschiedlichen Systemen, Papierakten oder Excel-Tabellen verwaltet. Dies führt zu Medienbrüchen, doppelter Datenerfassung, erhöhtem Verwaltungsaufwand und fehlender Transparenz zwischen den beteiligten Akteuren.
Im Rahmen des Reallabors wird untersucht, wie eine standardisierte digitale Tierakte entlang des gesamten Lebenszyklus eines Tieres eingesetzt werden kann. Dabei werden insbesondere folgende Anwendungsfälle getestet:
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- Digitale Aufnahme und Verwaltung von Tieren in Tierheimen und Auffangstationen
- Dokumentation von Quarantäne-, Gesundheits- und Vermittlungsprozessen
- Digitale Übermittlung relevanter Tierdaten an Tierärzte
- Datenaustausch zwischen Tierhaltern und Einrichtungen
- Verwaltung behördlicher Vorgänge und Fundtiere
- Unterstützung von Vermittlungs- und Rückführungsprozessen
- Schaffung einer einheitlichen Datenbasis für alle beteiligten Akteure
Alle Prozesse werden im regulären Arbeitsalltag der beteiligten Einrichtungen durchgeführt und hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit ausgewertet.
Ziel des Reallabors ist es nachzuweisen, dass durch eine zentrale digitale Tierdateninfrastruktur erhebliche Effizienzsteigerungen, Qualitätsverbesserungen in der Dokumentation sowie eine bessere Vernetzung zwischen Tierhaltern, Tierheimen, Tierärzten und Behörden erreicht werden können.
Wird bzw. wurde für das Reallabor ein rechtlicher Spielraum (z. B. in Form von Ausnahmegenehmigungen, Experimentierklauseln) genutzt bzw. ist dieser Spielraum erforderlich?
Nein.
Können aus dem Reallabor wichtige Erkenntnisse mit Blick auf die künftige Regulierung der erprobten Innovation abgeleitet werden?
Ja, und zwar:
Tierheime und Veterinärbehörden unterliegen bereits heute umfangreichen Dokumentationspflichten. Bislang existiert jedoch keine durchgängige digitale Infrastruktur, welche diese Prozesse standardisiert und medienbruchfrei abbildet. Das Reallabor untersucht daher insbesondere, wie bestehende gesetzliche Anforderungen effizient digital umgesetzt und standardisiert werden können. Das Reallabor bietet die Möglichkeit, erstmals unter realen Bedingungen zu untersuchen, wie eine standardisierte digitale Tierdateninfrastruktur im Zusammenspiel verschiedener Akteure des Tierwesens funktioniert und welche regulatorischen Anforderungen sich daraus ergeben. Langfristiges Ziel ist es, gemeinsam Standards für digitale Tierverwaltungsprozesse und digitale Tierdokumentationen zu entwickeln.
Inwieweit sind bzw. waren Behörden am Reallabor beteiligt?
- Eine oder mehrere beteiligte Behörden haben Genehmigungen für die Durchführung des Reallabors erteilt (z. B. auf Basis einer Experimentierklausel).
- Eine oder mehrere beteiligte Behörden treiben die Erprobung voran, z. B. indem sie bei der Vernetzung von und Kooperation mit Stakeholdern unterstützen.
- Erkenntnisse aus dem Reallabor werden regelmäßig an eine oder mehrere beteiligte Behörden übermittelt.
- Eine oder mehrere beteiligte Behörden sind bestrebt, den Transfer der erprobten Innovation in den Regelbetrieb politisch und/oder regulatorisch zu unterstützen.
Namen der Behörden: Bundesamt für Ernährung und Landwirtschaft, Veterinärämter, kommunale Ordnungsbehörden
Wird bzw. wurde das Reallabor durch öffentliche Fördermittel (teil-)finanziert?
Nein, und ist nicht geplant