Einblicke – Es handelt sich um ein laufendes Reallabor.

Circular Material LAB

Themenfeld Kreislaufwirtschaft

Erprobungsort 99084 Erfurt

Start 01.01.2019

(Reallabor ist auf Dauer angelegt.)

Worum geht es in dem Reallabor? Welche Innovation (Technologie, Produkt, Dienstleistung, Ansatz) wird unter realen Bedingungen erprobt?

Das Circular Material LAB ist ein Reallabor für Kreislaufwirtschaft und zirkuläre Materialsysteme. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Unternehmen Materialien so auswählen, einsetzen und weiterentwickeln können, dass sie möglichst lange im Kreislauf bleiben – durch Wiederverwendung, Reparierbarkeit, Recyclingfähigkeit, sortenreine Trennung oder den Einsatz nachwachsender und sekundärer Rohstoffe.

Unter realen Bedingungen wird erprobt, wie der Übergang von linearen Materialflüssen zu geschlossenen Stoffkreisläufen praktisch gelingen kann. Dafür werden über 400 Materialien sichtbar, vergleichbar und anwendungsnah bewertbar gemacht. Unternehmen können prüfen, welche Materialien für ihre Produkte, Bauvorhaben oder Geschäftsmodelle geeignet sind und welche Anforderungen an Design, Lieferkette, Nutzung und Rückführung entstehen.

Die Innovation liegt in der Verbindung aus physischer Materialbibliothek, Materialbewertung und praxisnaher Transformationsberatung. Das Reallabor macht Kreislaufwirtschaft nicht nur theoretisch verständlich, sondern testet, wie zirkuläre Lösungen konkret in Unternehmensprozesse übertragen werden können – von der Materialauswahl bis zur Rückführung in neue Wertschöpfungskreisläufe.

Wird bzw. wurde für das Reallabor ein rechtlicher Spielraum (z. B. in Form von Ausnahmegenehmigungen, Experimentierklauseln) genutzt bzw. ist dieser Spielraum erforderlich?

Nein.

Können aus dem Reallabor wichtige Erkenntnisse mit Blick auf die künftige Regulierung der erprobten Innovation abgeleitet werden?

Ja, und zwar:

Ein wesentlicher Bestandteil des Reallabors ist die Identifikation regulatorischer Hemmnisse bei der Umsetzung zirkulärer und ressourceneffizienter Lösungen. Die gewonnenen Erkenntnisse betreffen unter anderem Fragen der Kreislaufwirtschaft, der Materialbewertung, der Nachweisführung sowie der praktischen Umsetzung neuer regulatorischer Anforderungen. Dadurch wird sichtbar, welche Bewertungsmaßstäbe, Datenanforderungen und Entscheidungsprozesse künftig erforderlich sind, um zirkuläre Materialien regulatorisch einzuordnen und praxistauglich nutzbar zu machen. Aus den Projekterfahrungen lassen sich daher Rückschlüsse für die Weiterentwicklung bestehender Rahmenbedingungen und Regulierungen ableiten. Die Experimentierergebnisse sind Grundlage, um mit Behörden in Zukunft aktuelle Probleme, die durch regulatorische Vorgaben entstehen, sichtbar zu machen und in den Dialog zu treten. Speziell das Abfallrecht und das Vergaberecht sind hier wesentliche rechtliche Schwerpunkte, die teilweise im Widerspruch zu regulatorischen Vorgaben stehen.

Inwieweit sind bzw. waren Behörden am Reallabor beteiligt?

  • Die Erprobung wird bzw. wurde ohne behördliche Beteiligung durchgeführt.

Wird bzw. wurde das Reallabor durch öffentliche Fördermittel (teil-)finanziert?

Bund

Name des Förderprogramms: Forschungszulage

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